Es war eine historische Reise! GM Andreas Hoffmann, Sifu Maria Grothe, Stefan Spielmann, Raimund Stark sowie Monika Wagler aus Bamberg hatten sich als Vertreter des internationalen Weng Chun Verbandes auf eine Reise zum Ursprung nach Süd Shaolin begeben!
Doch zunächst begann das Unternehmen am 21. Juli 09 in Peking, wo sich die Gruppe auf kommende Ereignisse ein paar Tage lang spirituell vorbereitete. GM Hoffmann und Sifu Grothe besuchten in Peking alte buddhistische und taoistische Tempel, so den „White Cloud Tempel“, in dem heute wieder taoistische Mönche meditieren, die „Weiße Stupa“ (Grabhügel) im Nordsee-Park und die größte tibetisch-buddhistische Stupa im Tempelkomplex der „Weißen Pagode“, die noch auf den durch Marco Polo im Westen berühmt gewordenen Kublai Khan zurückgeht.
Großmeister Hoffmann zusammen mit Sifu Grothe waren durch den in Peking ganz offen und von vielen praktizierten Buddhismus tief beeindruckt und genossen zusammen die spirituelle Energie dieser besonderen Orte.
Am 24. Juli begann dann das offizielle Programm, das von Sifu Benny Meng vom Ving Tsun Museum / USA organisiert worden war, mit einer Besichtigung des Platzes des Himmlischen Friedens, dem Kaiserpalast, der verbotenen Stadt sowie des „Tempels des Himmels“. Dort entschlossen sich GM Hoffmann, Sifu Grothe und Monika Wagner zu einer spontanen Vorführung im Fu Tai Chi für die zahlreichen chinesischen Besucher.
Am nächsten Tag führte die Tour die kleine Gruppe außerhalb Pekings zu den Gräbern der Ming Kaiser und auf die Große Mauer, auf dem die deutsche Weng Chun Gruppe eine Trainingseinheiten absolvierte, tief bewegt von den gigantischen Ausmaßen der Mauer, eingebettet in eine wunderschöne Landschaft und geprägt von der uralten und sehr bewegten Geschichte Chinas.
Am 26. Juli besuchte die Reisegruppe den „Lama Tempel“, in dem schon seit 1980 wieder Mönche leben und den Buddhismus praktizieren, und an diesem spirituellen Ort unterwies GM Hoffmann die Reisegruppe in Praktiken der buddhistischen Meditation und im Qigong, in der Halle für TCM bekam sogar jeder der Schüler von GM Hoffmann eine individuelle Meditation zugewiesen. Die Meditation zusammen mit den spirituellen Energien des Ortes und der Umgebung wirkten sehr tief auf die Übenden.
Nach diesen ersten positiven Eindrücken stand die Metropole Shanghai auf dem Programm, eine moderne Großstadt, die das schnelle und rastlose westliche Leben und den wirtschaftlichen Aufschwung Chinas repräsentiert.
Nach einigen Tagen in Shanghai ging es dann weiter zum eigentlichen Ziel der Reise: mit einem Reisebus fuhr die Gruppe zum zweiten Süd Shaolin Tempel in Putian. Dieser wunderschön wieder aufgebaute Tempel liegt in einer Berglandschaft, die um den prächtigen Gebäudekomplex eine Lotusblume bildet, in deren Zentrum der Tempel liegt. Der Dharma-Meister sowie der verantwortliche Abt für das Kung Fu-Training begrüßten zusammen die Gäste aus den USA und Europa und Sifu Benny Meng führte GM Andreas Hoffmann offiziell als Großmeister des Weng Chun Kung Fu im Tempel ein! Damit kehrt nun nach 300 Jahren die Kunst zu ihren Ursprüngen zurück, repräsentiert durch ihren Großmeister Andreas Hoffmann!
GM Hoffmann übergab dem Tempel ein Weng Chun-Buch und diskutierte mit den Äbten über die Südshaolin-Philosophie und wie sie im heutigen Leben den Menschen eine Hilfe sein kann. Anschließend wünschten sich die Mönche eine Vorführung und GM Hoffmann zeigte in der Kung Fu Halle die Saam Pai Fat, wie sie ein Großmeister ausdrückt und Sifu Benny Meng das Black Flag Wing Chun. Die Mönche waren begeistert von der inneren Kraft des Weng Chun und seiner Komplexität und sprachen mit GM Hoffmann darüber, wie man es nach 300 Jahren Abwesenheit wieder in Süd Shaolin etablieren könnte. Weil die dort lebenden Nonnen überhaupt kein Kung Fu mehr trainieren, demonstrierte Sifu Maria Grothe den hoch erfreuten Mönchen die Fa Kuen auf atemberaubende Weise und zeigte dadurch die ganze Kraft und Grazie der Süd Shaolin-Nachfolgerinnen! Zu Beginn des zweiten Satzes der Fa Kuen riefen die Mönche dann: „Ja, genau, diese Bewegungen sind typisch für Süd Shaolin!“
Die Gastfreundschaft, Aufgeschlossenheit und Herzlichkeit der Mönche war überwältigend, denn sie luden die Gruppe noch zu einem Ch’an-Mittagessen zusammen mit armen Kindern ein, während dem man stets aufrecht sitzen muss und nicht reden darf, anschließend durften die Gäste in der Kung Fu-Halle trainieren, obwohl diese eigentlich für Touristen nicht zugänglich ist und dann wurde den Besuchern das einzige historische Gebäude, das die Zerstörung überlebt hat, gezeigt: Die Geheimgesellschaftshalle des Tempels, abseits auf einem Hügel gelegen.
Zum Abschied übergaben die Äbte der Gruppe Dokumente und Videos, die den Stand der archäologischen Forschungen über den Tempel dokumentieren und auch die derzeitigen Kung Fu-Trainingsmethoden und Meditationsübungen zeigen. Es wurde zwischen dem Süd Shaolin Tempel und GM Hoffmann ausgemacht, dass man in Zukunft zusammenarbeiten möchte, um dem Weng Chun in seinem Ursprungsort wieder eine Heimat zu geben!
Am 30. Juli stand dann der Besuch des dritten Tempels in der Stadt Quanzhou auf dem Programm. Er ist am Stadtrand gelegen und präsentiert sich vor allem den Touristen auf sehr professionelle Weise. Extra für die Reisegruppe führten die Mönche südliches Wu Shu vor und zeigten den traditionellen Stil „5 ancestor fist“.
Den Abschluss der Reise bildete noch ein Besuch am südchinesischen Meer und natürlich ein Besuch der Metropole Hong Kong, in der GM Hoffmann seine Kung Fu Heimat hat. Im Kowloon Park besuchte die Gruppe ein Vorführung verschiedener Choy Lay Fat-Schulen und trainierte auch dort Weng Chun, zusammen mit vielen hundert Kung Fu Brüdern und Schwestern, die sich dort zum Training treffen. Am Abend des 1. August feierte die Gruppe in einem buddhistischen Restaurant den Geburtstag unseres Sigungs und GM Hoffmann und Sifu Benny Meng sprachen viel über die Zukunft des Weng Chun in Süd Shaolin und in den USA.
Mit dieser Reise hat sich ein lange gehegter Wunsch erfüllt: Durch GM Andreas Hoffmann findet das Weng Chun wieder zurück nach Süd Shaolin!